top of page

Jubiläum: zu dritt 2x um die ganze Welt

  • betaullings
  • vor 2 Tagen
  • 4 Min. Lesezeit

 


Tanja, Berno und ich sind vor 6 Jahren am 17. April 2020 zusammengekommen, als ich 103‘600km auf dem Tacho hatte. Heute Vormittag hatten wir das Jubiläum, dass wir zusammen 2x gänzlich um die ganze Welt, dem Äquator entlang, gefahren sind: 183‘600km zeigte mein Tacho an. Ein Grund zum Feiern und uns an gewisse prägende Situationen zurückzuerinnern, sowie meine ganze Entwicklung Revue passieren zu lassen:

 

Polizei-/Grenzbeamte:


Lustige Verkehrskontrolle: vor ein paar Tagen Grosskontrolle durch rund 30 Polizeiaspiranten. Von beiden Seiten (Fahrer-/Beifahrerseite) wurden wir gleichzeitig von 4 Beamten befragt, Dokumente wurden ausgehändigt, protokolliert – ein Riesengewusel ohne Struktur, man wusste nicht mehr, wo hören, wo antworten, wo die ausgehändigten Dokumente sind. Bei Sichtung von Tanjas Reisepass hiess es: „you travel a lot, Mommie“ (wenn eine Frau mit Mami oder Mommie angesprochen wird, ist das nicht respektlos, sondern sehr respektvoll gemeint. Unvergesslich positiv: Polizeibeamter an der namibisch/botswanischen Grenze, der uns 1 Jahr nach unserem Fahrzeugeinbruch (damals hatte er Polizeirapport erstellt) an der Grenze wiedererkannte („I know you“! ) und eine Riesenfreude daran hatte. Unsere Cherrytomaten konnten wir sorgenfrei über die Grenze mitnehmen.


Korrupt: Ein einziges Mal (bis jetzt) wurden wir von einem korrupten Polizeibeamten in Botswana angehalten, welcher Tanja und Berno büssen wollte, weil wir ohne Licht und ohne Sicherheitsgurten gefahren waren. Bei Barzahlung an ihn, ohne Quittung, könne er uns entgegenkommen und die Busse auf 50% reduzieren, anstatt dass sie 2 Stunden auf der Polizeiwache zum bezahlen anstehen müssten. Immer blöde Situationen, wo man erst im Nachhinein merkte, wie man anders/vielleicht besser hätte reagieren können/sollen.

Verunsichernd: Am Grenzübergang Kanada/USA mussten Tanja und Berno die Fingerabdrücke in einem Büro abgeben und explizit den Fahrzeugschlüssel stecken lassen. Bei deren Rückkehr kein Fahrzeugschlüssel mehr da! Nach ein paar Minuten kamen amerikanische Grenzbeamte mit einem jungen Drogenspürhund zu uns und erklärten, sie hätten mich als Übungsobjekt benutzt, in mir Drogen versteckt, welche der Hund finden sollte. Zur Sicherheit, dass wir nicht mit den Drogen abfahren, würden sie jeweils den Fahrzeugschlüssel zu sich nehmen.

Bange Pannenmomente:


  • Schwarzer Rauch aus der Motorhaube in den USA

  • Loch in Seitenwand eines Pneus in den USA

  • Zerplatzter Pneu (derselbe) 2 Tage nach dem Flicken in den USA

  • Abgebrochene Bolzen und Schraubmuttern in den USA (Ergebnis des Pneuwechsels)


Ist dir aufgefallen? Alle Pannen fanden in den USA statt….

 

Heroes / DIE Retter in der Not:


  • Bekiffter Hanfbauer, der beim Reifenwechsel mit seinem Wagenheber behilflich war

  • Ashley vom Yellowstone NP: gepiercte, von Kopf bis Fuss tätowierte junge Frau mit „Vokuhila-Frisur“, welche unser Riesenproblem mit den abgebrochenen Bolzen zusammen mit ihrem Arbeitskollegen bravourös gemeister hatte

  • Patrick (von Garage Mösch, Eiken): war für uns während USA/Kanada ab und an telefonisch, ausserhalb der Arbeitszeit, erreichbar

  • 4x4 Safari Upington: unsere Anlaufstation im Nordwesten Südafrikas: Sonnenmarkise top professionell montiert, Elektronik- und Solarproblem gelöst, Keilriemen der Airconditioning neu gespannt

  • Willem/Henry aus Maun (Panduka Safaris): super Abstellort für mich, wenn wir nicht auf Reisen sind, aufgebrochene Türschlösser mit neuen Sicherheitsschlössern versehen, super Service mit proaktiven Kontrollen von allen Verschleissteilen

  • Duncan, iOverlander von Kapstadt: Unser Agent für Verschiffung von Europa nach Kapstadt, Kapstadt nach Halifax und Notverschiffung von Houston, Texas nach Kapstadt / Auswechseln der kaputten Windschutzscheibe, neue Bremslichter befestigt (woher er diese Ersatzteile für mich gefunden hat: keine Ahnung)

Basteleien:


  • Lose Türverkleidungen mit Kabelbindern und Monstertape befestigt

  • Kaputter Reissverschluss der Sonnenmarkise mit Kabelbindern und kleinen Karabinern schliessbar gemacht

  • Bremslichter, welche nicht satt in Verankerung sitzen und immer wieder lose hinab hängen: mit Kabelbindern fest gemacht

  • Hubdach, welches aufgrund der Dachlast nicht standhaft oben bleibt: 2 Besen gekauft, Stiele abgeschnitten und diese werden nun auf beiden Seiten eingeklemmt

  • Tankdeckel von Zusatztank (war verloren gegangen): mit Hilfe von Bonbon-Metallbox aus Hluhluwe-Nationalpark und Rescue-Tape neuen Tankdeckel gezaubert


Sooft Berno seinen Zauberkoffer (Werkzeugkoffer) zur Hand nimmt weiss ich, dass er fast tagtäglich etwas zu basten, reparieren hat… Aber alles in Erinnerung zu behalten ist schwer.

 

Weiterentwicklungen / Optimierungen:


  • 2 grosse Gummisäcke der Schweizer Armee auf Motorhaube fest gezurrt – Abwaschwasser ist immer warm griffbereit

  • Sonnenmarkise: 270 Grad rundum Schatten (wenn meine Front gen Süden steht)

  • Campingteppiche für den «Wohnbereich» draussen – sieht etwas «bünzlig» aus, ist aber sehr hilfreich bei Sand, Dreck…

  • Schmale lange Grillbox (aus Kanada, passt perfekt in den Mittelgang): alle Grillutensilien und dreckigen Gegenstände passen super rein – Box dient auch als Fussunterlage draussen und als «Reviermarkierung»

  • Trage-Rucksack am Ersatzreifen hinten: die wichtigsten Abschlepputensilien sind hier stets in Griffnähe

  • Halterung für die Kaffeemaschinen in der Fahrerkabine: mit Klettverschluss zwischen den beiden Sitzen sind sie perfekt positioniert, dass sie während dem Fahren geladen werden können

  • Tupperware in verschiedenen Grössen: damit sich Mäuse bei uns nicht heimisch fühlen

  • Solarpanel, zusammenlegbar: zusätzlicher Strom kann gewonnen werden, ganz klein faltbar

  • Faltbare Keile zur Nivelierung: können auch als zusätzliche Sandbleche benützt werden

  • Öllampe mit «Anti-Mücken-Öl»: damit auch die letzten Mücken den Weg zu Tanja nicht finden

  • Flache Feuerschale: Falls die Ausrichtung der Braai-Stelle (Feuerstelle) nicht unseren Bedürfnissen entspricht: Abendfeuer wird am Boden in der Feuerstelle gemacht – wo wir wollen

  • 2. Kühlschrank (statt Kühlbox): bessere Qualität als die Kühlbox aus der Schweiz, könnte auch als Tiefkühler benützt werden

  • Neue robustere Campingstühle

  • Neuer standfesterer Campingtisch

  • Besteckrolle (wo das Besteck wie Werkzeug eingerollt wird) – Lärmminderung

  • Weiches Klebebank an Schranktüren/Lavabo: Lärmminderung

  • Oil-catch-can (Ölauffangkanne) wurde uns in den USA montiert

  • Abgaswärmemesser wurde uns in den USA montiert

  • Dashcam

  • Neue Sicherheitsschlösser

  • Spezielle Powerbank, mit welcher man den Motor «überbrücken»/starten kann (da ich Batterien à 24 Volt habe, kann man mich nicht normal mit einem Fahrzeug überbrücken)

 

Sicher haben wir das eine oder andere vergessen, soviel haben wir schon zusammen erlebt.


Die nächsten Jubiläen stehen schon vor der Tür: Am 17. April werden wir unser 6-jähriges Zusammensein feiern. Und bald schon werden wir zum 365. Mal auf einer Campsite zusammen genächtigt haben. Auch das muss dann natürlichgebührend gefeiert werden. Anektoten dieser Übernachtungen werden wir euch dann natürlich nicht vorenthalten.

 


Kommentare


bottom of page